Der Landkreis Emmendingen kann beim Klimaschutz messbare Erfolge vorweisen. Zwischen 2009 und 2023 sind die Treibhausgasemissionen im Landkreis um rund 20 Prozent gesunken. Das geht aus dem aktuellen Umsetzungsbericht zum „Vorreiterkonzept Klimaschutz“ hervor, den der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung am Montag, 29. Juni 2026, beraten hat.
„Die Zwischenbilanz zeigt: Der Landkreis ist beim Klimaschutz deutlich vorangekommen. Viele der priorisierten Maßnahmen wurden umgesetzt oder sind auf einem sehr guten Weg“, betont Klimaschutzmanager Philipp Oswald.
Seit der Verabschiedung der Klimaschutzstrategie im Jahr 2023 wurden die Angebote des Landkreises unter der Marke der neuen Klimaschutzagentur „Team Energie Zukunft“ deutlich ausgebaut. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden mehr als 250 Gebäudemodernisierungsberatungen und 52 Photovoltaikberatungen durchgeführt. Hinzu kamen 15 Informationsveranstaltungen für Bürger, Kommunen und Unternehmen.
Auch beim Ausbau erneuerbarer Energien sieht der Landkreis Fortschritte. Neben klassischen Photovoltaikanlagen werden zunehmend innovative Lösungen wie Agrar-PV und Parkplatz-Solaranlagen erschlossen. Bürgerenergiegenossenschaften wurden gestärkt, damit mehr Menschen direkt von der Energiewende profitieren können.
Im Bereich Mobilität wurde im Frühjahr 2026 das kreisweite Leihfahrradsystem frelo in sieben Kommunen gestartet. Nach Angaben des Landkreises stößt es auf großes Interesse. Zudem geht die erste Mobilitätsstation in Elzach in Kürze in Betrieb, auch der öffentliche Nahverkehr wurde spürbar ausgebaut.
Für Unternehmen stehen noch in diesem Jahr kostenfreie Energieeffizienzberatungen in Form der Keff+Checks bereit. Das MobilSiegel zeichnet zusätzlich Betriebe aus, die klimafreundliche Mobilität für ihre Beschäftigten fördern.
Für die Jahre 2027 und 2028 plant der Landkreis, erfolgreiche Maßnahmen fortzuführen und neue Schwerpunkte zu setzen. Dazu gehören unter anderem die Nutzung industrieller Abwärme und Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel. Zusätzliche Mittel aus einer Vereinbarung mit dem Land Baden-Württemberg schaffen dafür eine Grundlage. Im Jahr 2026 stehen rund 190.000 Euro zur Verfügung, perspektivisch bis zu 330.000 Euro jährlich.
„Das Vorreiterkonzept bleibt der Kompass für die Klimaschutzarbeit des Landkreises. Die vergangenen drei Jahre zeigen, dass die gewählten Maßnahmen greifen. Nun gilt es, die erreichten Erfolge zu sichern und die nächsten Schritte mit Blick auf eine möglichst hohe Klimawirkung gezielt zu gehen“, so Landrat Hanno Hurth.
