Waldkircher Wasserrad dreht sich am Mühlentag wieder für Besucher

Am Pfingstmontag, 25. Mai 2026, wird das historische Wasserrad der ehemaligen Kunstmühle Seifried in Waldkirch für zwei Stunden wieder in Gang gesetzt. Das Rad nahe der Ernst-Prestel-Straße 7 dreht sich am Mühlentag von 11 bis 13 Uhr. Begleitend werden Berichte über die Geschichte der Wasserkraftnutzung in Waldkirch angeboten.

Nach Angaben der Stadt drehten sich einst bis zu 40 Wasserräder an den Gewerbekanälen in Waldkirch. Heute sind bis auf zwei alle verschwunden. Die Getreidemühle an der Ernst-Prestel-Straße entstand 1847 anstelle einer Drahtziehmühle, die zuvor auf dem Gelände einer ehemaligen Edelsteinschleiferei stand. Sie gilt als erste Kunstmühle in Baden. Mit der neuen Technik konnten bis zu 300 Zentner Getreide pro Woche gemahlen werden.

Nach dem Erwerb durch Wilhelm Seifried stieg die Produktion zunächst auf 600 Zentner pro Woche im Jahr 1874. 1893 erreichte sie 300 Zentner pro Tag. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wuchs die Leistung auch durch den zusätzlichen Einsatz von Dampfkraft auf 600 Zentner beziehungsweise 30 Tonnen pro Tag. Für den An- und Abtransport setzten sich die Besitzer zunächst für den Bau der Bahnlinie von Denzlingen nach Waldkirch ein. Nach 1909 entstand auf der gegenüberliegenden Elzseite ein Verladepunkt, der mit einem Seilzug erreichbar war.

Der Betrieb endete 1979. 1985 wurden die Gebäude bis auf das Rad abgebrochen, zwischen 1989 und 1991 wurde das frühere Grundstück bebaut. Das heute noch erhaltene Zuppingerrad wurde 1885 errichtet. Es hat einen Durchmesser von 6 Metern und eine Breite von 2,63 Metern. Damit war eine Leistung von 18 PS möglich.

Mangelnde Pflege hatte das Rad später beschädigt, zeitweise stand sogar ein vollständiger Abbruch im Raum. Fritz Gommel, Schwiegersohn des letzten Mühlenbesitzers, setzte sich nach Angaben der Stadt für die Sanierung und den Erhalt ein. Das Schutzdach wurde 2002 fertiggestellt. Bis heute erinnert das Wasserrad an die rund 300-jährige Geschichte der Wasserkraftnutzung an diesem Standort. Es ist Teil des 3,7 Kilometer langen Gewerbekanals, der als längstes Denkmal Waldkirchs gilt.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Waldkirch

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