Technischer Defekt legt Leitstellentechnik in Emmendingen für mehrere Stunden lahm

Ein technischer Defekt hat am Montag, 22. Juni 2026, für einen mehrstündigen Ausfall der Stromversorgung innerhalb der Integrierten Leitstelle Emmendingen gesorgt. Nach Angaben des Landratsamts Emmendingen und des DRK-Kreisverbands Emmendingen trat die Störung um 18:35 Uhr auf. Die Annahme von Notrufen und Hilfeersuchen sei jedoch zu jeder Zeit sichergestellt gewesen.

Unmittelbar nach dem Ausfall wurden Notfallmaßnahmen eingeleitet. Eingehende Anrufe auf Hilferuf-Leitungen, darunter die Notrufnummer 112, die Krankentransportnummer 19222, der Hausnotruf sowie weitere Hilfe- und Meldeanlagen, wurden auf benachbarte Leitstellen umgeleitet. Durch das schnelle Umsetzen der Maßnahmen und das Aktivieren mehrerer Absicherungen konnten Hilfeersuchen weiterhin bearbeitet werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen gingen keine Notrufe oder Hilfeersuchen verloren.

Zur Unterstützung und als Vorsichtsmaßnahme wurden die Einsatzleitwagen von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz an der Leitstelle eingesetzt. Außerdem wurden die Feuerwehrgerätehäuser aller Feuerwehren im Landkreis besetzt. Für sämtliche verfügbaren Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge galt eine erhöhte Bereitschaft.

In den 48 Jahren, seit es die Leitstelle Emmendingen gibt, war es nach Angaben von Landratsamt und DRK bis zu dem Vorfall am Montag noch nie zu Ausfällen aufgrund technischer Störungen gekommen. Betroffen waren Teile der Leitstellentechnik, insbesondere das Einsatzleitsystem sowie die Kommunikationssysteme. Eine vorsätzliche Manipulation konnte nach aktuellem Stand nicht festgestellt werden. Die genaue Ursache des technischen Defekts wird derzeit weiter untersucht.

Nach erfolgreicher Behebung der Störung konnten die betroffenen Systeme um 23 Uhr wieder in Betrieb genommen werden. Anschließend wurde der reguläre Leitstellenbetrieb wieder aufgenommen.

Für den Fall, dass die Notrufnummer 112 tatsächlich einmal länger ausfallen sollte, weisen Landratsamt und DRK auf mehrere Möglichkeiten hin. In einem solchen Fall kann die Notrufnummer 110 gewählt werden, da die Polizei bei einem Ausfall der 112 direkt informiert wird und entsprechende Notrufe weiterleiten kann. Zudem werden wie bei Stromausfällen die Feuerwehrgerätehäuser besetzt, sodass diese als Anlaufstellen dienen können, falls auch das Mobilfunknetz nicht mehr funktioniert. Bei längerer Nichterreichbarkeit der 112 wird außerdem eine Warnung über die Warnapp NINA herausgegeben. Eine weitere Möglichkeit zum Absetzen von Notrufen bietet die Nora-App, über die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst erreicht werden können. Sie ist besonders hilfreich, wenn Betroffene nicht oder gerade nicht sprechen können.

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