Zur Europäischen Impfwoche vom Sonntag, 19. April, bis Sonnabend, 25. April 2026, weist das Gesundheitsamt des Landkreises Emmendingen auf die Bedeutung von Impfungen in jedem Lebensalter hin. Die diesjährige Aktion der Weltgesundheitsorganisation steht unter dem Motto „Impfstoffe wirken für jede Generation“. Nach Angaben des Landratsamts nutzen allerdings weiterhin zu wenige Menschen die in Deutschland verfügbaren Impfangebote, auch im Landkreis Emmendingen. Grundlage dieser Einschätzung sind pseudonymisierte Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen für gesetzlich Krankenversicherte.
Wie stark Vorsorgemaßnahmen wirken können, zeigt das Gesundheitsamt beispielhaft an zwei Impfungen beziehungsweise Prophylaxen besonders deutlich. Beim Schutz von Säuglingen vor schweren Atemwegserkrankungen durch das Respiratorische Synzytial Virus, kurz RSV, habe sich bereits im ersten Herbst und Winter nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission ein deutlicher Effekt gezeigt. Seit Juni 2024 wird für alle Neugeborenen und Säuglinge vor ihrer ersten RSV-Saison eine entsprechende Prophylaxe empfohlen. Im Landkreis Emmendingen sank die Zahl der übermittelten RSV-Erkrankungen bei Kindern unter einem Jahr im Herbst und Winter 2024/2025 im Vergleich zum Vorjahr von 36 auf 21 Fälle. Im gleichen Zeitraum stiegen die Fallzahlen in der ungeimpften Bevölkerung von 117 auf 162.
Nach Angaben des Gesundheitsamts hatten bereits 54 Prozent der gesetzlich krankenversicherten Säuglinge im Landkreis diesen Schutz im ersten Jahr der Empfehlung erhalten. Für einen optimalen Schutz sollten Babys, die zwischen April und September geboren wurden, die Impfung idealerweise zwischen September und November erhalten. Neugeborene, die zwischen Oktober und März zur Welt kommen, sollten möglichst rasch nach der Geburt versorgt werden, etwa bei der Entlassung aus der Klinik oder im Rahmen der U2-Untersuchung.
Auch beim Schutz vor Humanen Papillomaviren, kurz HPV, sieht das Gesundheitsamt weiterhin Handlungsbedarf. Diese Infektionen können langfristig Krebs verursachen. Die Impfung schützt vor den gefährlichsten Virustypen und kann das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs oder Tumore im Rachenraum senken. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung im Alter zwischen neun und 14 Jahren, möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt. Dass diese Vorsorge wirkt, zeige sich laut Gesundheitsamt auch in den bundesweiten Zahlen. Bei jungen Frauen zwischen 20 und 34 Jahren sank die Rate der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs in Deutschland von 2015 bis 2023 von 7,8 auf 4,3 Fälle pro 100.000 Frauen.
Im Landkreis Emmendingen liegt die Impfquote bei den 15-jährigen Mädchen nach Angaben der gesetzlichen Krankenversicherungen bei 55 Prozent, bei den Jungen bei 36 Prozent. Damit bleibt sie noch deutlich unter den von der Weltgesundheitsorganisation angestrebten 90 Prozent. Verpasste HPV-Impfungen können jedoch bis zum 18. Geburtstag unkompliziert nachgeholt werden.
Weitere Informationen zu empfohlenen Impfungen gibt es unter www.mach-den-impfcheck.de und www.infektionsschutz.de.
