
Bunt ist der Frühstückstisch im Roten Haus gedeckt: Brötchen, Wurst, Käse, Eier und Trauben. Rund um den Tisch sitzen mehrere Frauen. Sie frühstücken und unterhalten sich, ein Kind spielt daneben. Was sie an diesem Samstag hierherführt? Sie sind alleinerziehend und treffen sich einmal im Monat zum Alleinerziehenden-Treff, um sich auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Von Alleinerziehende für Alleinerziehende
Den Alleinerziehenden-Treff gibt es im Roten Haus schon seit vielen Jahren. Vor 17 Jahren wurde er ins Leben gerufen. Von Anfang an mit dabei ist Marion Adam, die den Treff ehrenamtlich leitet, und selbst alleinerziehend ist. Mittlerweile gibt es zwei verschiedene Treffs: Jeden ersten Samstag im Monat kommen alleinerziehende Mütter – mit oder ohne Kinder – zu einem gemeinsamen Frühstück zusammen. Jede bringt etwas für den Frühstückstisch mit. Der zweite Treff richtet sich an Ein-Eltern-Familien, also auch an alleinerziehende Väter und Regenbogenfamilien. Dieses Treffen findet alle zwei Monate statt.
Eine bunte Gemeinschaft
Das Besondere an der Frauen-Gruppe ist ihre Vielfalt. Frauen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen treffen dort aufeinander. Manche haben noch kleine Kinder, bei anderen sind die Kinder bereits erwachsen. Sie geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter. Die Atmosphäre ist offen und herzlich, ein Ort zum Wohlfühlen. Niemand muss erklären, warum man da ist. Wer möchte, kann über Sorgen sprechen und Erfahrungen teilen. Wer einfach nur zuhören will, ist ebenso willkommen. Und: Niemand muss seine Bedürftigkeit nachweisen.
Große Verantwortung für einen Elternteil
Laut der Bertelsmann-Stiftung lebt jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern in Deutschland mit nur einem Elternteil. Für Alleinerziehende bedeutet das eine große Herausforderung. Sie sind die Familienform, die am stärksten von Armut betroffen ist. Neben finanziellen Sorgen tragen viele Alleinerziehende enorme Verantwortung im Alltag: Haushalt, Erwerbsarbeit, Erziehung und Betreuung der Kinder – oft alles gleichzeitig. Dazu kommen Situationen wie ein krankes Kind, schulische Probleme oder emotionale Belastungen. Zeit für die eigenen Bedürfnisse bleibt dabei häufig auf der Strecke. Eine weitere Herausforderung für Alleinerziehende ist der Mangel an sozialen Kontakten. Zwischen Job, Haushalt und Kinderbetreuung bleibt oft kaum Zeit für Freundschaft oder Freizeit.
Austausch statt Alleinsein
Das alles kennen auch die Frauen im Alleinerziehenden-Treff. Der Treff ist für sie ein wichtiger Raum. Dort können Erfahrungen geteilt und Tipps ausgetauscht werden. Die Alleinerziehenden unterstützen sich gegenseitig und sie pflegen soziale Kontakte. Für viele der Frauen ist der Alleinerziehenden-Treff ein fester Termin im Monat – ein Moment zum Durchatmen, Reden und Zuhören.
Weitere Informationen
Weitere Informationen sowie Anmeldung zum Alleinerziehenden-Treff bzw. dem Treff für Ein-Eltern-Familien gibt es unter Telefon 07681/490 127 oder roteshaus@stadt-waldkirch.de.
