
Zum ersten Mal hat das Welcome Center Südlicher Oberrhein mehr als 1000 Beratungen durchgeführt. 2025 war für die Servicestelle somit das beratungsintensivste Jahr seit der Gründung. An die Beratungsstelle wenden sich sowohl Unternehmen aus der Region als auch ausländische Fachkräfte. Die meisten Anfragen kommen weiterhin aus der Ukraine und der Türkei. Neu auf Platz drei: Indien.
Seit dem Frühjahr 2023 bietet das Welcome Center Südlicher Oberrhein seine Dienste an. „Die Nachfrage hat enorm zugenommen“, sagt Leiterin Dr. Sophie Figueredo-Hardy. Gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Justyna Gawron und Olga Kuchendaeva hilft sie Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften aus dem Ausland und bei Fragen zur aktuellen Gesetzeslage. Im vergangenen Jahr hat das Welcome Center insgesamt 1.121 Beratungen durchgeführt. Das entspricht einem Zuwachs von 51 Prozent im Vergleich zu 2024. Darunter sind auch viele Folgeberatungen. Darin sieht Leiterin Figueredo-Hardy ein positives Signal: „Dass sich viele Unternehmen wiederholt an uns wenden, spricht für das wachsende Vertrauen in unsere Arbeit.“
2025 haben sich insgesamt 196 Unternehmen an das Welcome Center gewandt. Die meisten Anfragen kamen aus der Gastronomie und dem verarbeitenden Gewerbe, mit jeweils 20 Prozent. Jede zehnte Anfrage stammte aus dem Dienstleistungssektor. Die meisten Unternehmen, die sich ans Welcome Center wenden, haben Fragen zu aktuellen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen (42 Prozent). Dieses Thema hat seit der Einführung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) im vergangenen Jahr zusätzlich an Relevanz gewonnen. „Für die Betriebe bleibt das Verfahren weiterhin komplex, auch wenn das FEG einige Prozesse erleichtert hat“, sagt Sunay Gün, Teamleiter der Abteilung Fachkräftesicherung der IHK Südlicher Oberrhein. Ob eine Fachkraft einreisen darf, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa vom Nachweis eines staatlich anerkannten Berufsabschlusses im Herkunftsland sowie einer mindestens zweijährigen Ausbildung. „Um sich in der Bürokratie zurechtzufinden, sind insbesondere kleinere und mittlere Betriebe auf unsere Hilfe angewiesen“, sagt IHK-Experte Gün.
Im vergangenen Jahr hat das Welcome Center insgesamt 688 internationale Fachkräfte beraten. Das Geschlechterverhältnis nähert sich an. 2025 zählte die Beratungsstelle 56 Prozent Männer und 44 Prozent Frauen. 2023 lag der Frauenanteil noch bei 38 Prozent.
Die meisten Anfragen kommen nach wie vor aus der Ukraine (19 Prozent) und der Türkei (8 Prozent). Auf Platz drei landete erstmals Indien mit 6 Prozent, vor Marokko (5) und Kolumbien (4). Menschen aus Osteuropa kontaktieren das Welcome Center am häufigsten, gefolgt von Interessenten aus Zentral- und Südamerika. Insgesamt erreicht das Team um Sophie Figueredo-Hardy Anfragen aus 91 Ländern. Da hilft es, dass die drei Beraterinnen neben Deutsch sieben Sprachen beherrschen.
Die für die internationalen Fachkräfte dominierenden Themen waren Arbeitsplatzsuche und Bewerbung (30 Prozent), Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen (23 Prozent) sowie die Anerkennung ausländischer Qualifikationen (17 Prozent). 70 Prozent der ausländischen Fachkräfte, die mit dem Welcome Center in Kontakt treten, haben einen Hochschulabschluss, 16 Prozent eine in ihrem Herkunftsland abgeschlossene Ausbildung.
Für das laufende Jahr sieht das Welcome Center weiterhin einen intensiven Beratungsbedarf. „Wir spüren, wie unser Bekanntheitsgrad stetig zunimmt“, sagt Leiterin Figueredo-Hardy. Ihr Team wird in den kommenden Wochen durch eine 50-Prozent-Stelle ergänzt. 2026 sind wieder zahlreiche Informationsveranstaltungen für Fachkräfte und Unternehmen geplant. Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Welcome Centers sowie auf LinkedIn und Instagram.
Die IHK Südlicher Oberrhein: Stark machen für mehr als 75.000 Mitglieder
Vom Kleinunternehmer bis zum Weltmarktführer – die IHK Südlicher Oberrhein vertritt die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Wir beraten sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen, Fachkräfte und solche, die es werden wollen, organisieren Prüfungen und trommeln bei Kommunen und Verwaltungen für optimale Standortbedingungen. Für den Staat übernehmen wir ausgewählte Aufgaben, informieren über neue Zoll-Richtlinien, Wachstumschancen auf ausländischen Märkten oder organisieren zahlreiche Netzwerktreffen und Veranstaltungen.
