„Krise. Stimme. Musik.“ – Ein Nachmittag, der nachwirkt

Im Rahmen der Weltwoche für Seelische Gesundheit fand am Dienstag, 14. Oktober 2025, in der Festhalle des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen die Veranstaltung „Krise. Stimme. Musik.“ statt – ein außergewöhnliches Kulturprojekt, das die Erfahrungswelt von Menschen in psychischen Krisen eindrucksvoll erlebbar machte. Rund 100 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um einen bewegenden Nachmittag zu erleben, der tief berührte und nachhallte.

Initiiert wurde das Projekt von Dr. Christine Eisenmann, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Die gesprochenen Texte trug Dr. Julia Cordes, Fachärztin derselben Klinik, mit authentischer Präsenz und spürbarer Empathie vor. Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag vom Duo Snapshot – bestehend aus Hannah Schieckofer und Roland Jäckle – das mit feinfühlig interpretierten Liedern und virtuoser Gitarrenbegleitung für eine dichte Atmosphäre sorgte.

Im Mittelpunkt standen Texte aus den Perspektiven von Betroffenen, Angehörigen und Mitarbeitenden, die offen Einblicke in Gedanken, Ängste und Hoffnungen von Menschen in psychischen Krisen gaben. Sie zeigten, wie schmal der Grat zwischen Hilflosigkeit und Zuversicht sein kann – und wie wichtig menschliche Zuwendung und professionelle Begleitung sind. Die musikalischen Beiträge – mit Liedern von Reinhard Mey, Adele und Bob Dylan – verbanden die Texte zu einem emotionalen Gesamterlebnis.

In ihrer Einführung sprach Dr. Eisenmann über die Bedeutung von Beziehung, Vertrauen und Achtsamkeit in der psychiatrischen Arbeit. Die Vielfalt der Menschen, die anders denken und fühlen, sei ein Gewinn, betonte sie. Begegnungen mit Menschen in Krisen berührten auch die Behandelnden selbst, machten dankbar und demütig.

Das Publikum reagierte mit großer Aufmerksamkeit und Respekt. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten im Anschluss die Gelegenheit, bei Kaffee und Hefezopf miteinander ins Gespräch zu kommen und das Gehörte nachklingen zu lassen.

„Krise. Stimme. Musik.“ war weit mehr als eine Lesung – es war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunst, Empathie und psychiatrische Erfahrung miteinander verschmelzen können. Ein Projekt, das zeigte, wie aus der Verbindung von Wort und Musik berührende Momente entstehen, die nachhaltig wirken.

Weitere Informationen sind unter www.zfp-emmendingen.de zu finden.

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